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Große Kunst und glänzende Karossen

Mittelpunkt der Stuttgarter Museenlandschaft war lange Zeit die Staatsgalerie, die von einer riesigen Grafiksammlung über die italienischen und niederländischen Meister bis zu Picasso und Beuys alles bietet, was gut, bedeutend und teuer ist. Jetzt ist das neue Kunstmuseum hinzugekommen, das nicht nur mit der gut sortierten Sammlung der Stadt lockt. Auch durch seine außergewöhnliche Architektur und den phantastischen Ausblick auf den Schlossplatz aus den oberen Stockwerken des Glaskubus' ist es zum Publikumsmagnet geworden. Abseits der großen Kunstkammern sind das neue Haus der Geschichte und viele kleinere Museen einen Besuch wert.

Auffallend in Stuttgart ist die große Zahl der Galerien. Die rund 30 Kunsträume zeigen, dass sie Fingerspitzengefühl vor allem in der Unterstützung junger bildender Kunst besitzen.

  • Deutsches Spielkartenmuseum
  • Deutsches Spielkartenmuseum

Für die Freunde von Bube, Dame, König und Ass besitzt das größte Spielkartenmuseum Europas knapp 12 000 Kartenspiele, dazu eine Spielebibliothek, Kartenpressen, Druckstöcke, Gläser und Spieltische. Eine besondere Rarität ist neben chinesischen und japanischen Karten die asiatisch-indische Spielkartensammlung - sie ist weltweit die umfassendste und schönste. In jährlichem Wechsel gibt es Themenausstellungen z. B. zu Kartenhäusern, zur Spielkartenherstellung, zu Wahrsagekarten oder zur Geschichte des Skatspiels. Schönbuchstr. 32,

  • Haus der Geschichte
  • Haus der Geschichte

Ob Baden, ob Württemberg oder Hohenzollern - auf mehreren Etagen bringt das Haus der Geschichte vor allem Laien die Historie des Südwestens näher. In acht modern aufbereiteten Abschnitten erzählen historische Objekte sehr lebendig von den letzten 200 Jahren. Die Sammlung besitzt rund 50 000 Ausstellungsstücke, darunter auch Exponate aus dem Gefängnis Stammheim, jener Haftanstalt, die durch die RAF-Terroristen berühmt wurde. Konrad-Adenauer-Str. 16

  • Hegel-Haus
  • Hegel-Haus

Hier erblickte der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel 1770 das Licht der Welt. Knapp 18 Jahre lebte er in der Stadt, 1831 starb er in Berlin. Im Erdgeschoss zeigt das Museum Stuttgart zur Zeit Hegels, im ersten und im zweiten Stock werden Leben und Werk des Philosophen dokumentiert und Gegenstände aus seinem Besitz ausgestellt, darunter das berühmte Barett. Besucher können Hegels Weg zum Studium nach Tübingen bis zu seiner Berufung als Rektor an die Universität in Berlin folgen. Eberhardstr. 53

  • Kunstmuseum Stuttgart
  • Kunstmuseum Stuttgart

Die Galerie der Stadt Stuttgart war ab 1961 unter dem Dach des Kunstgebäudes am Schlossplatz untergebracht. Anfang 2005 zogen die Werke in den schräg gegenüber auf der anderen Seite des Platzes liegenden Würfelneubau.

Die Sammlung im Kunstmuseum mit insgesamt rund 20 000 Werken reicht vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart mit einem besonderen Schwerpunkt auf Otto Dix - die verhältnismäßig junge Galerie besitzt die größte Dix-Sammlung der Welt. Das Konzept der Städtischen Galerie ist, Werke von Künstlern zu zeigen, die mit Südwestdeutschland verbunden sind, doch gleichzeitig überregionale oder sogar internationale Bedeutung erreichen, darunter Dieter Roth und Markus Lüpertz. Dabei wird die Sammlung von der Direktorin Marion Ackermann gekonnt durch Leihgaben ergänzt.

Ebenfalls vorbildlich sind die abwechslungsreichen Programme des Hauses, die für Kunst begeistern wollen. Im gut sortierten Museumsshop kann man auch sonntags stöbern und einkaufen, die Aktion »Drop & Shop« eröffnet Kindern die Welt der Kunst: Während die Eltern samstags gehen können, wird der Nachwuchs im Museum kreativ Kleiner Schlossplatz 1,

  • Linden-Museum
  • Linden-Museum

Das Staatliche Museum für Völkerkunde führt seine Besucher seit 1910 in die entlegenen Winkel der Erde. Auf drei Etagen sind Kontinente und einzelne Regionen verteilt: die Südsee, Afrika, der Orient mit einer Basarstraße, Ostasien mit einem japanischen Teehaus, Amerika mit Zeugnissen indianischer Kulturen, Zentralasien mit einem original ausgestatteten tibetischen Altarraum. Präkolumbische Keramik findet sich hier ebenso wie Kunst aus den ehemaligen deutschen Kolonien, Schnitzereien aus dem Hindukusch, chinesische Malerei aus vier Jahrhunderten und Ritualobjekte der Ureinwohner Australiens. Auch im Programm: Wanderausstellungen zu Themen wie Buddhismus, Indianer oder afghanische Kriegsteppiche. Hegelplatz 1,

  • Mercedes-Benz-Museum
  • Mercedes-Benz-Museum

»Rennen und Rekorde«, so heißt eine der Ebenen im neuen Mercedes-Benz-Museum, die schon jetzt einen echten Höhepunkt für Autofans verspricht: Mehr als 40 Rennwagen werden hier ausgestellt sein, darunter natürlich auch die legendären Silberpfeile. Zu besuchen sind die Exponate mit dem berühmten Stern ab 19. Mai 2006, dann eröffnet nämlich der neue, 16 000 m² große Bau des Museums.

Das alte Museum wurde 1936 eingerichtet, ständig erweitert und hat nahezu eine halbe Mio. Menschen im Jahr angezogen. Der markante Neubau ist direkt mit dem ebenfalls neuen Mercedes-Benz-Center verbunden, wo die aktuelle Fahrzeugpalette zur Besichtigung freigegeben sein wird. Im März bereits verlassen die beiden ersten Automobile von 1886, der Benz-Patent-Motorwagen und die Daimler-Motorkutsche, das legendäre 300 SL Coupé von 1954 und all die vielen anderen Stücke aus mehr als einem Jh. Autogeschichte den alten Bau, der dann geschlossen wird. Mercedesstr. 100

 
  • Porsche Museum
  • Porsche Museum

Auch der weltbekannte Hersteller von Renn- und Sportflitzern in Zuffenhausen gönnt sich ein neues Museum. Der futuristische Neubau soll Platz für 80 Fahrzeuge haben und Mitte 2007 in direkter Nachbarschaft des alten Museums eröffnet werden. Bis dahin sind im aktuellen Gebäude 20 Serienwagen, Prototypen und Rennwagen zu bewundern, als Unikat mit dabei: der Roadster Typ 256 Nr. 1 aus dem Jahr 1948 - das erste Auto mit dem Namen Porsche.Porschestr. 42

  • Staatliches Museum für Naturkunde
  • Staatliches Museum für Naturkunde

Die Sammlungen des Naturkundemuseums sind auf zwei Häuser verteilt: das Museum Schloss Rosenstein beherbergt die biologische, das Museum am Löwentor die paläontologische Sammlung.

Mitten im Grünen, umgeben von Spazierwegen und in der Nähe der Wilhelma, liegt Schloss Rosenstein, in dem die biologische Sammlung untergebracht ist. Es wurde einst im Auftrag von König Wilhelm I. erbaut, der es als Landhaus nutzte. Er starb hier 1864, hatte das Gebäude vorher aber kaum genutzt.

Seit 1954 zeigt das Naturkundemuseum im Schloss seine Prachtwerke. In diesem Schaufenster zur Natur erhalten Besucher einen Überblick über Pflanzen, Insekten, Fische, Reptilien, Vögel und Säugetiere vom Quastenflosser bis zum Paradiesvogel, vom Spatzen bis zum Nashorn. Spektakuläre Stücke: ein 3 m hoher präparierter Elefantenbulle aus Afrika und ein 13 m langer, halb aufgeschnittener Seiwal. Rosenstein 1

Knapp zehn Minuten Fußweg vom Rosenstein-Museum in Richtung Löwentor entfernt steht das Museum am Löwentor, ein 1985 eingeweihter Neubau. Die ältesten der gezeigten Fossilienschätze aus der Vorzeit Süddeutschlands sind bis zu 200 Mio. Jahre alt, dazu gehört auch der »Schwäbischer Lindwurm« genannte Plateosaurus, einer der bekanntesten Dinosaurier. Ausgestellt sind auch das Skelett eines vorzeitlichen Steppenelefanten und der 250 000 Jahre alte Schädel des Steinheimer Urmenschen.

  • Staatsgalerie
  • Staatsgalerie

Der größte Musentempel der Stadt trumpft nicht nur wegen seiner bedeutenden Kunstausstellungen auf. Die Neue Staatsgalerie nach Plänen des Architekten James Stirling gilt vielen als Kunstschatz und als ein Hauptwerk postmoderner Architektur. 1984 eingeweiht, gehört das futuristische Gebäude mit den poppigen Farben, seiner offenen Rotunde, den Treppen und dem verglasten Eingangsbereich zu den meistbesuchten Museen Deutschlands.

Die Wände im neuen Teil des Museums zieren bedeutende Werkgruppen der unterschiedlichen europäischen Stilrichtungen (Fauves, Brücke, Blauer Reiter, Kubismus) und herausragende Werkkomplexe einzelner Künstler, darunter Beckmann, Modigliani (mit seinem »Liegenden Frauenakt«), Schlemmer (Figuren zum »Triadischen Ballett«), Beuys und vor allem Picasso (besonders eindrucksvoll »Frau mit Huhn« und seine aus Alltagsgegenständen montierten Reliefplastiken wie »Violine«).

In der angrenzenden spätklassizistischen Alten Staatsgalerie werden alte deutsche, italienische und niederländische Maler ausgestellt. Darunter sind Prunkstücke wie der Mühlhausener Altar von 1385, der Herrenberger Altar von 1519 von Jerg Ratgeb und mehrere Werke von Rembrandt und Rubens. Hier finden Sie auch die Impressionisten um Monet, Pissarro und Gauguin.

Jeden ersten Samstag im Monat öffnet die Staatsgalerie bis 24 Uhr ihre Türen. Auch zur späten Stunde werden Führungen angeboten. Ein interessantes Rahmenprogramm, ob Filme oder Vorträge, rundet das besondere Angebot ab. Konrad-Adenauer-Str. 30-32, www.staatsgalerie.de

  • Städtisches Lapidarium
  • Städtisches Lapidarium

Hier gelangen Sie zu einer Art »Friedhof der Stadtgeschichte«. Mehr als 200 steinerne Zeugen der Historie, Überreste zerstörter Bauten Stuttgarts, warten in einer Oase der Ruhe. Das Portal einer Mühle aus dem frühen 17. Jh. gehört ebenso ins Lapidarium (lat. Steingarten) wie Teile eines Steinhauses aus dem Jahr 1250 und der Torbogen des am Schlossplatz abgerissenen Kronprinzenpalais. Den Park legte eine Fabrikantenfamilie nach dem Vorbild italienischer Renaissancegärten an; heute herrscht im Lapidarium eine eigenartige Atmosphäre aus morbidem Charme und stillem Zauber. Mörikestr. 24/1,

  • Weinbaumuseum Alte Kelter
  • Weinbaumuseum Alte Kelter

Prost bei Weinpressen, Weinfässern und Trinkgefäßen aus zwei Jahrtausenden, bei Urkunden, Landkarten und einer der seltenen Sammlungen von Korkenziehern. Ein Teil der Ausstellung in der ehemaligen Uhlbacher Gemeindekelter widmet sich nicht dem alkoholhaltigen Genuss, sondern den Rebkrankheiten und ihrer Bekämpfung. Im Weinstüble des Museums gibt es die Möglichkeit, die guten Tropfen zu probieren. Uhlbacher Platz 4

  • Württembergischer Kunstverein
  • Württembergischer Kunstverein

Nachdem die Galerie der Stadt Stuttgart das Kunstgebäude am Schlossplatz verlassen hat, teilen sich jetzt der Württembergische Kunstverein und die Stadt die Räume für wechselnde Projekte und Ausstellungen. Mit regelmäßigen Sonderschauen der regionalen und internationalen Gegenwartskunst und einem sehr engagierten Programm gibt der Verein dem ambitionierten Nachwuchs ein Forum. Im markanten Kuppelbau mit Hirschskulptur auf der Spitze nimmt die Kunst mehrere Tausend m² Raum ein. Schlossplatz 2

 
  • Württembergisches Landesmuseum
  • Württembergisches Landesmuseum

Kernstück der Sammlung im Alten Schloss sind die Kunstkammern der Herzöge. Zudem ist die Landeskulturgeschichte dokumentiert, von der Steinzeit über die Zeit der Kelten, Römer und Alemannen, das Mittelalter bis in die Gegenwart hinein. In den Vitrinen finden sich auch Kunsthandwerk und Uhren, Textilien, technische Instrumente und Kuriositäten wie das älteste erhaltene Kartenspiel Europas von 1430. Die Gebeine zweier Monarchenpaare liegen in der Königsgruft im hinteren Turm. Daneben ist ein Modell des Schlossparks aus der Zeit um 1700 aufgebaut, im zweischiffigen Gewölbekeller des vorderen Turms glänzen kostbare Prunk- und astronomische Uhren vor allem aus dem 16. Jahrhundert.

Die Musikinstrumentensammlung mit Tasteninstrumenten aus vier Jahrhunderten ist im Fruchtkasten neben der Stiftskirche am Schillerplatz untergebracht. Ein wenig verlassen, aber für Klassikfans ein Muss, vor allem freitags zwischen 12.30 und 13 Uhr. Dann spielen nämlich Studenten der Musikhochschule während der »Musikpause« auf dem Doppelflügel von Peyer in der Musikinstrumentensammlung. Altes Schloss, Schillerplatz 6,

  • ifa-Galerie
  • ifa-Galerie

Untergebracht im ehemaligen Alten Waisenhaus, zeigt das Institut für Auslandsbeziehungen zeitgenössische Kunst und Kultur aus aller Herren Länder, von afrikanischer Mode über japanischen Gartenkult bis hin zu Werken von Paula Modersohn-Becker. Als autonome Mittlerorganisation der Bundesregierung konzipiert und organisiert das Institut aus eigenen Beständen kleine Ausstellungen zu Themen wie Kunst, Fotografie, Architektur und Design. Die modernen Kunstschätze gehen danach meist auf Reisen und werden in internationalen Museen gezeigt. Charlottenplatz 17

 
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