Die traditionelle schwäbische Küche hat in Stuttgart ihren festen Platz. Deftiges wie Zwiebelrostbraten, Maultaschen, Linsen mit Spätzle oder Schupfnudeln mit Kraut gehört auf den Tisch. Daneben konnten sich aber internationale Gaumenfreuden ebenso durchsetzen wie der schnelle Happen zwischendurch. Köche aus aller Herren Länder brutzeln, braten und kochen in Stuttgart in den Lokalen und geben ziemlich genau ein Spiegelbild der Gastarbeitergruppen im Ländle wider: Es dominieren die Italiener, gefolgt von den Griechen und Spaniern, den Jugoslawen und Türken.
Beim Blick auf die Speisekarte zeigt sich, dass Stuttgarter nach wie vor nicht dem Küchenluxus verfallen sind. Wer's dennoch etwas edler mag: Fast zwei Dutzend Spitzenrestaurants sind in und um die Stadt zu finden.
Stuttgart ist eine der größten Weinbaugemeinden Deutschlands. Der Weinbau hat in Württemberg eine über 1000-jährige Tradition. Die beliebteste Rebsorte bei den Einheimischen ist der ausschließlich in Württemberg angebaute, rubinrote Trollinger (kommt von Tirolinger, weil die Sorte aus Tirol stammt). Er wird in »Vierteles-Gläsern« (Viertelliter-Henkelgläser) serviert. Auf etwa einem Drittel des Stuttgarter Reblandes wird Weißwein angebaut (Riesling, Silvaner, Müller-Thurgau). Im Herbst hat man die Möglichkeit, die Tropfen besonders stilecht zu probieren. Entweder beim alljährlichen, zehntägigen »Weindorf« rund ums Rathaus oder in den Besenwirtschaften, in denen die Wengerter ihre Erzeugnisse direkt ausschenken.
- Caffè Bar Fleck und Schneck: Der Café-Bar-Klassiker in Stuttgart. Gemütliches Italoambiente im charmanten Stehcafé mit Gebäck, leckeren Suppen, Wein und dem schmackhaftesten Espresso. Torstr. 27
- Cafe Graf Eberhard: Die hauseigene Konditorei mit mehr als 30 Kuchen und Torten lädt zum süßen Päuschen ein. Auch Frühstück und warme Küche sind entweder im plüschigen Cafe oder auf der Straßenterrasse im Angebot. Nesenbachstr. 52
- Grand Café Planie: Mehr als 200 Sitzplätze für Kaffeetrinker und Cocktailliebhaber direkt an der Planie, schöne Tische auch unter den Bäumen des Karlsplatzes. Im Angebot: 70 Kaffeesorten und zahlreiche sündige Torten. Charlottenplatz 17
- Herbertz Espressobar: Das Herz des schnuckeligen Stehcafés: eine riesige, kupferglänzende Espressomaschine. Stilvoll gibt's belegte Brötchen, Cappuccino oder Frühstück - auch zum Mitnehmen. Immenhoferstr. 13
- Pinguin: Der Königspinguin und Kulttempel unter den Eisdielen. Von dort kann man über das Häusermeer blicken, während hausgemachtes Eis in der Waffel schmilzt.
- Aussichtsreich: Der Name ist Programm: große Terrasse in den Weinbergen. Neben dem fast schon legendären Sonntagsbrunch steht auf der Speisekarte alles vom Spinatknödel bis zu Rostbraten und leckeren Patatas Bravas.
- Biergarten im Schlossgarten: 1500 Sitzplätze, hausgemachte Snacks und Grillhähnchen, Kaiserschmarrn und Flammkuchen. Eigene Brotzeit ausdrücklich erlaubt. Zur Sonntagsmaß gibt's morgens manchmal Livemusik.
- Bärenschlössle: Treff im Grünen, gelegen im Schwarz- und Rotwildpark am See. Schwäbische Küche von der Selbstbedienungstheke. Gewannstr. 14
- Lichtblick: Selten trifft ein Name besser zu: Wie eine Oase umfängt der heimelige Biergarten den Gast, der bei schwäbisch-internationaler Küche neue Energie tanken kann. Und wenn's grau und trüb ist? Dann sind auch die Innenräume ein echter Lichtblick.
- Teehaus: Kleiner Jugendstilpavillon als beliebter Treff für Romantiker an der citynahen Weinsteige. Prächtiger Ausblick. Im Weißenburgpark
- Tschechen & Söhne: Die Zeiten von Megafon und Selbstbedienung, als der Biergarten noch Karlshöhe hieß, sind vorbei, denn mit dem neuen Pächter kam der Service. Der Panorama-Kesselblick ist natürlich weiterhin unerreicht. Nur bei schönem Wetter und im Sommer. Humboldtstr. 44
- Amici: In der gläsernen Rotunde trifft sich die Szene ebenso wie die Geschäftswelt zu exklusiver Küche oder zum Drink an der Bar. Mittwochs, freitags und samstags mit DJ. In 5 m Höhe: der original Gruppe-C-Sauber-Rennwagen von Jochen Maas.
- Breitenbach: Rosen auf dem Tisch, sanfte Klaviermusik im Hintergrund, ein lächelnder Kellner - im kleinen und stilsicheren Breitenbach ist alles auf Charme, Romantik und vor allem auf pfiffige, schwäbisch-asiatisch-mediterrane Küche eingestellt. Unbedingt reservieren!
- Delice Gastosophie und Weinkultur: Kleine Karte und große Kochkunst in altem Kellergewölbe. Chef Friedrich Gutscher kocht nicht nur persönlich, der Meister empfiehlt und berät auch in persona. Nur wenige Tische. Ohne Reservierung eigentlich aussichtslos.
- La Fenice: Wer wissen will, wovon Gourmets in Italien schwärmen, der sollte die Seeteufelmedaillons im Speckmantel oder die Lasagnette mit schwarzen Trüffeln probieren. Der stilvolle Edelitaliener lädt an mediterranen Sommerabenden auf seine lauschige Terrasse und kredenzt zudem exquisite Tropfen aus seinem Weinkeller.
- Speisemeisterei: Der Stern unter Stuttgarts Küchen. Direkt am Hohenheimer Schloss gibt's in Martin Öxles Küche ausgefallene Gerichte im stuck- und spiegelverzierten Speisesaal. Die Speisemeisterei war früher mal die Sommerresidenz von Herzog Carl Eugen und diente später als Mensa der benachbarten Universität.
- Top Air: Sie sind gerade in Stuttgart angekommen? Oder Sie verlassen die Stadt? Dann nehmen Sie sich die Zeit für einen kulinarischen Höhenflug am Airport. Nicht nur der Gaumen kommt hier dank schwäbisch-internationaler Küche auf seine Kosten, sondern auch der Geist: An einem Ort ständiger Bewegung ist das Top Air eine elegante Insel der Ruhe.
- Wielandshöhe: Gilt als eine der besten Küchen in Deutschland. Am Herd wacht Vincent Klink, der sich als TV-Koch und Kochbuchautor einen Namen gemacht hat und auf ökologische Wahrheiten an Topf und Pfanne schwört. Herrlicher Blick über den Talkessel.
- Zauberlehrling: Ob Zwiebelrostbraten mit Spätzle und Filderkraut oder Wachtelchartreuse mit Gänseleber-Trüffelbrick - im Bohnenviertel wird in jeder kulinarischen Richtung gezaubert. Die entsprechenden Tricks lassen sich bei verschiedenen Kochkursen erlernen. Eine magische Atmosphäre entwickelt auch das kleine Designhotel mit seinen neun individuellen Zimmerkunstwerken.
- Bistro Brenner: Schlichter Smalltalk-Treff mit großer Fensterfront. Täglich wechselnde Gerichte. Samstags gibt es deftiges Weißwurstfrühstück und sonntags wird ein edles Brunchbüfett aufgetischt.
- Brunnenwirt: Die Würstchenbude ist eine Institution. Currywurst und »Vierkantspätzle« (Pommes) sind ebenso ein Muss wie Schweinebäuche in allen Reifegraden. Leonhardsplatz 25
- Herr Rossi: Bei täglich wechselnden Gerichten sucht und findet jeder hungrige Gast hier sein Glück. Auch Tagessuppen und Sommersalate zu fairen Preisen.
- Udo Snack: Ein Tipp für alle Freunde der Frikadellen-Haute-Cuisine: Zehn verschiedene Burger stehen zur Auswahl, Currywurst und Pommes sind auch dabei. Calwer Str. 23
- Vegi Voodoo King: Fleisch sucht man hier vergebens. Stattdessen gibt's im sympathisch unaufgeregten Ambiente Vegetarisches vom Feinsten. Mit einer der Falafel-Variationen samt Kichererbsenbällchen steigt die Laune ganz erheblich. Steinstr. 13
- Academie der schönsten Künste: Essen und Wohlfühlen in einer Art liebevoll eingerichteter Privatgalerie. Im Sommer kann auch im begrünten Hof gegessen werden. Vor allem an Wochenenden ist es randvoll. Grandiose Sandwiches.
- Basta: Ein bisschen französisches Bistro, ein wenig schwäbisches Weinstübchen und Cocktailbar. Die Saisonküche ist leicht und wechselt wöchentlich. Treffpunkt vor allem für älteres und etabliertes Publikum.
- Cantina Toscana: Pure Geselligkeit im Bohnenviertel. Weinstube und kleine Küche mit sehr guten Bruschette und wechselndem Pasta-Tagesgericht. Wein aus kleinen Gütern in der Toskana. Im Sommer Terrasse auf wunderschönem Plätzchen.
- El Taurino: Der »Stier« ist nichts für ein romantisches Candlelightdinner. Die Küchenarena ist stets gut besucht, das Essen deftig spanisch, die Atmosphäre unspektakulär südländisch. Schwarenbergstr. 69
- Fai Sushi Kaiten: Sushi vom laufenden (Förder-) Band. Bestückt wird es von einer gläsernen Küchenbox aus mit Maguro (Thunfisch), Shake (Lachs) oder Ebi (Garnelen). Der Preis der Gerichte hängt von den Farben der Untertassen ab, auf denen die Sushi durch den Raum fahren.
- Floating Market: Die erste Adresse unter Stuttgarts thailändischen Küchen. Kois im Teich, Wasserschalen als Deko auf den Tischen, faire Preise und ausgefallene Gerichte wie Wasserspinat.
- Franca & Franco: Bella Pasta und Pizza wie bei Mamma! In südländischer Wohnzimmeratmosphäre bringt Franca pure italienische Kochkunst auf das halbe Dutzend Tische. Fragen Sie immer nach der Spezialität des Tages und reservieren Sie unbedingt rechtzeitig! Liststr. 30
- Iden: Vegetarisches Selbstbedienungsrestaurant mit frischen Suppen, Säften und Kuchen. Feste Preise gibt es nicht, die Gerichte werden gewogen. Lecker, aber wegen der Kantinenatmosphäre kein Hort der Gemütlichkeit.
- Mash: Unter geschwungenem Glasdach stehen in der modernen Mash-Brauerei nicht nur Biere aus eigenem Haus auf der umfangreichen Karte. Für die Abendstunden oder zum Ausklang bieten sich beim Gastromagneten im Bosch-Areal die Ledersofas in der halbrunden Lounge an. An Wochenenden mit DJs.
- Punto Fisso: In der Masse der guten italienischen Küchen in Stuttgart besticht das stets prall gefüllte Punto Fisso durch einen lauschigen Hinterhof und ungewöhnliche Zusammenstellungen auf der Karte.
- Rote Kapelle: Jede Menge verschiedene Tapas, aber auch Hackfleischbällchen mit Tomatensauce oder Matjesfilet in Sauerrahm sind in maurischem Ambiente im Angebot. Unbedingt probieren: das hauseigene Bier »Roter Küster«.
- Weinstube Fröhlich: Einst Treff von Journalisten und Künstlern im Rotlichtviertel, heute gediegen und im wahrsten Sinne geschmackvoll. Im Angebot: exzellentes Hausgemachtes vom Zwiebelrostbraten bis zu Spätzle. Idyllischer Garten im Hinterhof. Leonhardstr. 5
- Kochenbas: Schwäbischer geht's nicht. Im urigen Lokal tummeln sich trotz schlechter Luft Nichtschwaben ebenso wie Urstuttgarter. Sauerbraten oder Linsen und handgeschabte Spätzle sind hier der Tipp. Günstiger Mittagstisch.
- Weinhaus Stetter: Holzgetäfelte Wände geschmückt mit Zinntellern, gepolsterte Bänke, ein Ofen - das Stetter pflegt die Tradition. Gäste haben die Qual der Wahl: 40 Weine im offenen Ausschank und mehr als 450 verschiedene Tropfen aus der Flasche. Die Küche ist einfach und schwäbisch. Rosenstr. 32
- Weinstube Schellenturm: Auf mehreren Etagen ist die Weinstube in die spärlichen Überreste der Stadtbefestigung aus dem 13. Jh. verteilt. Der Name rührt von den Gefangenen im Turm, die kleine Metallfesseln (Schellen) an den Knöcheln tragen mussten. Auf der Karte: gehobene schwäbische Traditionsküche.
- Weinstube Vetter: Schwäbische Küche einmal anders: Es gibt feine Gerichte auf wechselnden Karten wie zum Beispiel geschmortes Ziegenkitz mit Blattspinat, dazu rund 100 meist exquisite Weine. Reservierung dringend empfohlen. Bopserstr. 18
- Weinstube Zur Kiste: Rustikales Kleinod mit Tradition in einem alten Bürgerhaus. Hier isst die Politprominenz ebenso wie Journalisten und alteingesessene Schwaben die Hausmannskost wie Fleischküchle, Rostbraten oder Kässpätzle.
- Weinstube Zaiß: In dieser Küche herrscht Großmutters Rezeptbuch, die einfachen Speisen haben Besenwirtschaftscharakter. Zudem gibt es Viertele aus dem eigenen Gut und bisweilen auch ein Liedchen vom Original-Zaiß. Für den Buben des Erbsenbrunnens vor der Tür soll Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker Modell gestanden haben.


